
Der Aperol Sour ist kein klassischer IBA-Cocktail, sondern eine gastronomische Kreation, die mit dem Boom der Aperitif-Kultur in den 2010er Jahren entstanden ist. Aperol selbst wurde 1919 von den Brüdern Luigi und Silvio Barbieri in Padua, Italien, entwickelt und war ursprünglich ein leichter Aperitif mit Rhabarber, Chinin und Orangenschale. Die Sour-Familie als Kategorie reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück (Whiskey Sour, Pisco Sour). Die Kombination von Aperol mit dem klassischen Sour-Template ist eine logische bartenderische Weiterentwicklung, die sich in der modernen Apertif-Bar-Kultur weltweit etabliert hat.
Frisch gepresster Zitronensaft ist zwingend notwendig – Flaschensaft ruiniert die Frische des Drinks. Der Dry Shake ist entscheidend für einen stabilen, dichten Schaum: Erst ohne Eis schütteln, dann mit Eis kühlen. Wer auf Eiweiß verzichten will, kann Aquafaba (Kichererbsenwasser) als vegane Alternative nutzen. Aperol hat mit 11 % vol. einen relativ niedrigen Alkoholgehalt – das macht den Drink leicht, bedeutet aber auch, dass die Balance mit einem kräftigeren Gegenpart (z.B. 1 cl Vodka oder Gin) interessant gestärkt werden kann. Den Schaum nicht mit zu feinem Sieb komplett abfiltern – er soll cremig, nicht flüssig sein.
Aperol Spritz (mit Prosecco und Soda, ohne Sour-Struktur) | Campari Sour (mit Campari statt Aperol, bitterer und intensiver) | Aperol Sour mit Vodka-Base (1 cl Vodka als Verstärker) | Aperol Sour mit Aquafaba (vegane Version)
Aperol: Schwer zu ersetzen, da sehr charakteristisch. Campari ergibt einen ähnlichen, aber deutlich bitteren Drink. Alternativ kann ein hausgemachter Rhabarber-Orangen-Bitter versucht werden. Eiweiß: Aquafaba (3–4 cl Kichererbsenwasser) funktioniert gut und ergibt einen ähnlich stabilen Schaum. Zuckersirup: Agavensirup ist eine gute Alternative mit ähnlicher Süßkraft.
Eine alkoholfreie Version ist möglich: Aperol durch einen alkoholfreien Aperitif wie Lyre's Aperitif Rosso oder Wilfred's Aperitif ersetzen. Zitronensaft und Zuckersirup bleiben identisch, Eiweiß oder Aquafaba für die Textur verwenden. Das Ergebnis ist weniger komplex, aber durchaus trinkbar.