
Aperol 1919 (Luigi und Silvio Barbieri, Padova-Messe). Die Spritz-Tradition stammt vom venezianischen Brauch des 19. Jahrhunderts: österreichische Soldaten streckten lokalen Wein mit Wasser („spritzen"). Die 3-2-1-Formel wurde ab 2003 durch eine Campari-Group- Marketingkampagne weltweit verbreitet.
Aperol (11% Vol.) enthält Rhabarber, Bitterorangen, Gentian und Chinin. Er ist schwächer als Campari (25%) – das macht ihn zum idealen Einstieg in die Bitterwelt. Select Spritz (mit venezianischem Select Aperitivo) ist die historisch authentischere venezianische Version. Die NYT-Kolumnistin Rebekah Peppler löste 2019 mit einem Artikel, der den Aperol Spritz als „not a good drink" bezeichnete, eine weltweite Empörungswelle aus.
Aperol: Select oder milder roter Aperitif; Campari wird bitterer. Schaumwein: brut und kalt; Prosecco milder, Champagne trockener/nussiger. Soda/Seltzer: stark gekühlt, viel Kohlensäure; Mineralwasser nur wenn kräftig sprudelig.
Annäherung: alkoholfreier Schaumwein, Verjus, alkoholfreier Aperitif oder Traubensaft trocken verlängert; Topper eiskalt, erst im Glas auffüllen. Hinweis: echte 0,0-Version nur mit alkoholfreien Bitters/Aperitifs.
Schlaffe Kohlensäure: Topper eiskalt, zuletzt, nur kurz anheben statt rühren wie Beton.