
Der Bandolier ist keine klassische IBA-Kreation und keine historisch dokumentierte Barlegende. Er zählt zu den modernen Gastronomie-Kreationen, die im Umfeld der Craft-Cocktail-Renaissance der 2000er und 2010er Jahre entstanden sind und das Prinzip des klassischen Whisky Sours mit hochwertigeren Liqueur-Komponenten anreichern. Verlässliche Erstveröffentlichungen oder ein gesicherter Urheber liegen nicht vor.
Für diesen Cocktail empfiehlt sich ein mittelschwerer Bourbon mit deutlicher Frucht- und Karamellnote (z. B. Woodford Reserve oder Buffalo Trace), da leichtere Sorten von Grand Marnier leicht überdeckt werden können. Grand Marnier Cordon Rouge ist die Standardwahl; wer mehr Orangenbitterkeit möchte, kann auf Cointreau wechseln, verliert dann aber die konjakbasierte Tiefe. Frisch gepresster Zitronensaft ist nicht verhandelbar – Flaschensaft flacht den Drink sofort ab. Das doppelte Abseihen entfernt Eissplitter und Zitrusfasern und gibt dem Coupe eine elegantere Textur. Wer das Shaken übertreibt (zu lange, zu warm), riskiert einen verwässerten Drink mit matter Zitrusnote.
Whisky Sour (Klassiker ohne Likör, oft mit Eiweiß), New York Sour (Bourbon Sour mit Rotwein-Float), Sidecar (Cognac-Variante mit Cointreau und Zitrone), Gold Rush (Bourbon, Honigsirup, Zitrone – kein Likör).
Grand Marnier → Cointreau (trockener, weniger Tiefe) oder Triple Sec (einfacher, weniger komplex). Bourbon → Rye Whiskey (würziger, weniger süß, ebenfalls empfehlenswert). Frischer Zitronensaft → keine sinnvolle Alternative; zwingend frisch pressen.
Den Bourbon durch einem hochwertigen alkoholfreien Whiskey-Ersatz (z. B. Lyre's American Malt) und den Grand Marnier durch Orangensaft mit einem Spritzer Orangenblütenwasser ersetzen; Zitronensaft und Zuckersirup beibehalten und nach Geschmack ausbalancieren. Das Ergebnis ähnelt einem Orangensour, verliert jedoch die charakteristische Bourbon-Tiefe.