
Die Bicicletta ist ein traditionelles norditalienisches Aperitivo-Getränk, das in der Lombardei und im Piemont seit Jahrzehnten konsumiert wird. Der Name – Fahrrad – soll humorvoll darauf anspielen, dass ältere Herren nach einem oder zwei Gläsern Schwierigkeiten hatten, ihr Fahrrad noch geradeaus zu lenken. Das Getränk ist kein inventierter Cocktail aus einer bestimmten Bar, sondern ein regionales Volksgetränk, das sich aus der italienischen Tradition entwickelt hat, Campari mit lokalen Weinen zu strecken. Durch den weltweiten Aufschwung der Aperitivo-Kultur und Einträge in Difford's Guide wurde es auch international bekannt.
Die Weinwahl ist entscheidend: Ein trockener, säurebetonter Weißwein wie Pinot Grigio oder Verdicchio funktioniert am besten. Zu fruchtbetonte oder restsüße Weine mildern die charakteristische Campari-Bitterkeit zu stark ab. Der Sodawasser-Anteil sollte sparsam sein – er dient der Textur und Leichtigkeit, nicht als Streckmittel. Das Verhältnis 3:2:1 (Wein : Campari : Soda) ist ein guter Ausgangspunkt, aber viele Bartender arbeiten mit 4 cl Campari und 6 cl Wein. Das Eis sollte reichlich sein, damit der Drink kalt bleibt, ohne zu sehr zu verwässern – große Eiswürfel sind hier vorzuziehen.
Aperol Spritz (Aperol statt Campari, Prosecco statt Weißwein), Americano (Campari + süßer Vermouth + Soda, ohne Wein), Campari Soda (nur Campari und Soda, kein Wein).
Campari: Aperol für eine mildere, süßere Version; Contratto Bitter oder Select für eine italoklassischere Alternative. Trockener Weißwein: Pinot Grigio, Verdicchio oder Grillo – jeder trockene, säurebetonte Weißwein funktioniert. Sodawasser: Mineralwasser mit Kohlensäure als gleichwertiger Ersatz.
Eine alkoholfreie Version ist möglich: Campari Alkoholfrei (seit 2021 erhältlich) mit alkoholfreiem Schaumwein oder Verjus (unvergorener Traubensaft) und Sodawasser ergibt einen ähnlich bitteren, frischen Charakter. Alternativ: Bittergetränke wie Crodino oder Sanbittèr als Campari-Ersatz mit Grape-Tonic aufgefüllt.