
Limoncello selbst stammt aus Süditalien, vornehmlich von der Amalfiküste, dem Golf von Neapel und Sizilien, wo er seit dem frühen 20. Jahrhundert aus Zitronenschalen, Alkohol, Wasser und Zucker hergestellt wird. Die Kombination von Limoncello mit Tonic Water ist eine moderne Gastronomie-Kreation ohne dokumentierten Ursprung, die sich im Zuge des Spritz- und Tonic-Trends der 2010er Jahre in der europäischen Bar- und Restaurantszene verbreitet hat. Sie folgt der Logik der Aperitivo-Kultur, Liköre durch bittere Sprudelgetränke leichter und aperitivtauglich zu machen.
Die Wahl des Tonic Waters ist entscheidend: Ein florales Tonic (z. B. Fever-Tree Mediterranean) harmoniert besonders gut mit dem Zitruscharakter des Limoncellos, während ein klassisches Tonic mit stärkerer Chinin-Note mehr Bitterkeit bringt. Limoncello-Qualitäten variieren stark – ein hochwertiger Limoncello mit echter Zitrusschalen-Maceration (z. B. Luxardo oder Villa Massa) bringt wesentlich mehr Tiefe als günstigere Produkte mit künstlichem Zitrusaroma. Das Glas und der Limoncello können vorab gekühlt werden, um Eisverdünnung zu minimieren. Den Tonic immer am Glasrand entlangführen, niemals direkt über das Eis gießen.
Limoncello Spritz (Limoncello mit Prosecco und Sodawasser statt Tonic); Limoncello Collins (Limoncello, Zitronensaft, einfacher Sirup, Sodawasser); Limoncello Sour (Limoncello mit frischem Zitronensaft und Eiweiß geschüttelt).
Limoncello: Alternativ Italicus (Bergamotte-Likör, etwas floraler), Pallini Limoncello oder ein selbstgemachter Zitronenlikör aus Bio-Zitronenschalen. Tonic Water: Elderflower Tonic für florale Note, Mediterranean Tonic für kräutrige Tiefe.
Alkoholfreie Version: 4 cl zitroniger Holunderblütensirup oder Lemon Shrub (Zitronensaft, Weißweinessig, Zucker) mit 10 cl Tonic Water und einem Spritzer Zitronensaft. Garniert mit Zitronenscheibe und Minze ergibt sich ein ähnlich erfrischendes, zitrisch-bitteres Profil ohne Alkohol.