
Der Perfect Lady ist ein britischer Klassiker, der auf den Barman Peter Dodelande zurückgeführt wird und erstmals in den 1930er Jahren in London dokumentiert wurde. Er gewann 1936 den United Kingdom Cocktail Championship und ist seitdem als eleganter, von Damenshands geprägter Sour bekannt. Der Drink gehört zur britischen Tradition der feinen, eiweiß-basierten Sours, die in den gehobenen Londoner Bars der Vorkriegszeit populär waren.
Der Dry Shake ist entscheidend: Ohne ihn erhält das Eiweiß keine stabile Emulsion und der charakteristische Schaum entsteht nicht. Ein London Dry Gin mit klarer Juniper-Basis (z. B. Beefeater, Tanqueray) bewährt sich besser als stark florale Gins, da der Pfirsichlikör bereits blumige Noten beisteuert. Frisch gepresster Zitronensaft ist Pflicht – abgefüllter Saft flacht die Balance ab. Hochwertiger Pfirsichlikör wie Mathilde Pêche oder Giffard Crème de Pêche liefert echte Fruchttiefe; billige Varianten schmecken künstlich. Das doppelte Abseihen entfernt Eisscherben und Eiweißflocken, damit der Schaum makellos bleibt.
White Lady (ohne Pfirsichlikör, mit Triple Sec/Cointreau – der nächste Verwandte); Clover Club (Gin Sour mit Himbeersirup und Eiweiß); Pisco Sour (ähnliche Eiweiß-Sour-Technik, andere Basis).
Pfirsichlikör: Giffard Crème de Pêche oder Mathilde Pêche empfohlen; alternativ Apricot Brandy (etwas weniger süß, leicht andere Fruchtrichtung). Eiweiß: Aquafaba (Kichererbsenwasser, 3 cl) als vegane Alternative – liefert ähnliche Schaumstruktur, aber neutraleren Geschmack.
Alkoholfreie Version: 6 cl alkoholfreier Gin (z. B. Seedlip Spice 94 oder Lyre's Dry London), 1,5 cl Zitronensaft, 1,5 cl Pfirsich-Sirup oder Pfirsichnektar, 1 Eiweiß (oder 3 cl Aquafaba). Gleiche Technik anwenden. Der Charakter bleibt erkennbar, die Tiefe der Botanicals fehlt etwas.