
Der Petty Crime ist eine zeitgenössische Bar-Kreation ohne eindeutig belegbare Herkunft oder bekannten Erfinder – ein sogenannter Gastronomie-Cocktail, der in der modernen Craft-Cocktail-Szene der 2010er-Jahre entstanden ist. Er steht in der Tradition karibisch inspirierter Sours mit Falernum, wie sie in der Tiki-Bewegung popularisiert wurden, kombiniert aber gezielt mit europäischen Amaro-Elementen, was ihn zum Brückenbauer zwischen Tiki-Kultur und modernem Neo-Classic-Stil macht.
Falernum sollte idealerweise hausgemacht oder als hochwertiges Produkt (z. B. John D. Taylor's Velvet Falernum) verwendet werden – die Qualität beeinflusst den Cocktail erheblich. Der Rum kann ein leichter, aromatischer weißer Rum (z. B. Plantation 3 Stars) oder ein goldener Rum sein, je nachdem ob mehr Leichtigkeit oder Tiefe gewünscht ist. Beim Amaro bieten sich mittelbittere Varianten an wie Amaro Montenegro oder Aperol für einen milderen Charakter, oder Campari/Ramazzotti für ausgeprägteren Bitterstil. Das Doppeltabseihen sorgt für eine seidige Textur ohne Eisstückchen oder Fruchtfleischreste.
Rum Sour (klassische Basis), Naked and Famous (Sour-Prinzip mit Amaro), Trinidad Sour (Angostura-lastig), Falernum-basierte Tiki-Sours wie der Royal Bermuda Yacht Club Cocktail.
Falernum: Selbst hergestelltes Falernum (Mandeln, Nelken, Limettenzeste, Rum, Zucker) oder BG Reynolds Falernum Syrup als alkoholfreie Alternative. Amaro: Aperol für mildere Bitterkeit, Campari für mehr Intensität, Amaro Averna für würzige Tiefe. Frischer Limettensaft: Nicht durch Flaschenware ersetzen – die Frische ist essenziell für den Charakter des Drinks.
Alkoholfreie Version: Weißen Rum durch Rumish (alkoholfrei, z. B. Lyre's White Cane Spirit) ersetzen, Falernum durch alkoholfreien Falernum-Sirup, Amaro durch Seedlip Spice 94 oder einen selbst gemischten Kräutersirup aus Enzian, Orangenschale und Angostura Aromatic Bitters (alkoholfrei). Das Ergebnis behält die würzig-frische Struktur, verliert aber etwas an Komplexität.