
Der Rabbit Hole ist keine klassische Schöpfung mit dokumentiertem Ursprung, sondern eine in der modernen Craft-Bar-Szene der 2010er Jahre entstandene Kreation. Der Name spielt auf Lewis Carrolls 'Alice im Wunderland' an, was die verspielten, blumig-ätherischen Aromen des Drinks unterstreicht. Ähnliche Kombinations-Sours aus Gin, Holunderblütenlikör und Zitrone finden sich in zahlreichen zeitgenössischen Cocktailkarten, wobei St. Germain seit seinem Markteintritt 2007 eine zentrale Rolle in dieser Geschmacksfamilie spielt.
St. Germain ist ein intensiver Likör – bereits 0,5 cl mehr oder weniger verändern das Profil erheblich. Ein London Dry Gin mit ausgeprägtem Wacholdercharakter (z. B. Tanqueray, Beefeater) sorgt für nötigen Gegenpol zur Holunderblüte; New Western Gins mit dominanter Blumennote riskieren ein Überperfümieren. Das trockene Vorschütteln (Dry Shake) ist entscheidend für eine stabile, dichte Schaumschicht – wird dieser Schritt übersprungen, bleibt der Schaum schwach. Beim zweiten Schütteln nicht zu lange schütteln, um eine Überverdünnung zu vermeiden. Frisch gepresster Zitronensaft ist Pflicht; Flaschensaft liefert flache, bittere Säure ohne Frische.
French 75 Sour (mit Champagner aufgefüllt), Elder Sour (ohne Eiweiß, dafür mit aquafaba-Schaum obenauf), Elderflower Collins (mit Sodawasser verlängert), Bee's Knees (verwandter Gin Sour mit Honigsirup statt Holunderblüte)
St. Germain: Andere Holunderblütenliköre wie Belvoir oder Monin Elderflower Syrup (dann Menge reduzieren und Zuckersirup weglassen). Eiweiß: Aquafaba (ca. 3–4 cl) für eine vegane Variante – Schaumstruktur ähnlich, leicht weniger cremig. Zuckersirup: Honigsirup 1:1 für eine runde, florale Süße.
Gin ersetzen durch Seedlip Garden 108 oder Lyre's Dry London Spirit, St. Germain durch Holunderblütensirup (ca. 1,5 cl, restliche Süße weglassen), Zitronensaft beibehalten, Eiweiß durch Aquafaba. Das Ergebnis ist ein fruchtiger, blumiger Mocktail mit ähnlicher Textur, aber fehlendem botanischem Tiefgang.