
Ca. 1838, New Orleans. Der Apotheker Antoine Amédée Peychaud servierte in seiner Apotheke in der Royal Street einen Branntwein aus Sazerac-de-Forge Cognac mit seinen selbst kreierten Peychaud's Bitters. Nach der Reblauskatastrophe der 1870er (Phylloxera vernichtete europäische Weinberge) wurde Cognac durch Rye Whiskey ersetzt. Thomas Handy, späterer Besitzer des Sazerac Coffee House, fügte die Absinth-Rinse hinzu. 2008 offiziell zum Staatscocktail von Louisiana ernannt.
Der Sazerac wird ohne Eis serviert – eine Rarität unter klassischen Cocktails, die die Spirituose in den Vordergrund stellt. Die Zitronenzeste wird ausgedrückt und der Glasrand eingerieben, aber traditionell nicht in den Drink gegeben. Peychaud's Bitters (blumig, süßer als Angostura, mit Anis-Noten) sind unersetzbar – kein anderes Bitters gibt den gleichen Charakter.
Absinthe/Herbsaint: Pastis oder Anisée, sehr sparsam. Zitrone: frisch; Limette macht kantiger und grüner. Whiskey: Rye trockener/würziger, Bourbon süßer, Scotch rauchiger je nach Stil. Brandy-Familie: gleiche Fruchtbasis/Stil wählen; Cognac ≠ Pisco ≠ Calvados.
Annäherung: alkoholfreier Whiskey-Style, kräftiger Schwarztee oder gerösteter Gersten-Tee; Bitterkeit über alkoholfreien Bitter-Aperitif, Grapefruit, Tee oder kleine Menge Bitter-Alternative; Sour-Struktur beibehalten: 2 Teile alkoholfreie Basis, 1 Teil Zitrus, 0.75–1 Teil Sirup. Hinweis: echte 0,0-Version nur mit alkoholfreien Bitters/Aperitifs.
Zu alkoholisch/scharf: länger rühren; zu wässrig: kürzer rühren, größeres/kälteres Eis.