
Der Smoky Joe ist kein klassischer IBA-Cocktail mit gesicherter Erstnennung, sondern eine in der britischen und internationalen Barszene verbreitete Gastronomie-Kreation, die den Trend zu rauchigen Whisky-Drinks aufgreift. Er ist Teil der breiten Welle torfiger Scotch-Drinks, die besonders seit dem Boom der Islay-Whiskys ab den 2000er Jahren populär wurden. Genaue Urheberschaft und Entstehungsjahr sind nicht dokumentiert.
Die Wahl des Whiskys ist entscheidend: Ein Laphroaig 10 oder Caol Ila 12 bringt kräftigen Torf, während ein Monkey Shoulder oder Johnnie Walker Black einen zugänglicheren Rauch liefert. Amaretto sollte qualitativ hochwertig sein (z. B. Lazzaroni oder Disaronno), da billiger Amaretto zu aufdringlich süß wirkt. Den Vermouth frisch geöffnet verwenden und kühl lagern – oxidierter Vermouth zerstört die Kräuternote. Nicht schütteln: Das Rühren bewahrt die seidige Textur und verhindert, dass der Drink trüb wird.
Rusty Nail (Scotch & Drambuie), Rob Roy (Scotch & süßer Vermouth & Angostura), Godfather (Scotch & Amaretto pur) – der Smoky Joe kann als Hybrid aus Godfather und Rob Roy verstanden werden.
Kein Islay-Scotch vorhanden: Blended Scotch mit ein bis zwei Tropfen Rauch-Tinktur oder geräuchertes Salz am Glasrand als Notlösung. Kein Amaretto: Frangelico (Haselnuss-Likör) gibt eine ähnliche nussige Süße mit etwas weniger Marzipan-Charakter.
Eine alkoholfreie Version ist konzeptionell schwierig, da der Rauchcharakter des Whiskys das Herzstück des Drinks ist. Eine Annäherung gelingt mit Lapsang-Souchong-Tee (stark gebrüht, abgekühlt) als Rauchbasis, kombiniert mit Mandelsyrup statt Amaretto und alkoholfreiem Vermouth-Ersatz (z. B. Lyre's Vermouth).