
Der Veroni ist keine klassische IBA-Kreation, sondern eine gastronomische Eigenkreation, die stilistisch eng mit der norditalienischen Aperitif-Kultur verwandt ist. Der Name verweist auf Verona, eine Stadt, die für ihre Weinkultur und ihren ausgeprägten Sinn für bittere Aperitivi bekannt ist. Als Spirit-forward-Bitteraperitif steht er in direkter Verwandtschaft mit dem Negroni, unterscheidet sich jedoch in den Mengenverhältnissen und der Betonung einzelner Komponenten. Wie viele regionale Bitterdrinks wurde er wahrscheinlich in einer norditalienischen oder an Italien orientierten Bar entwickelt.
Campari sollte stets aus einer frischen, gut verschlossenen Flasche stammen, da er nach dem Öffnen mit der Zeit an Frische verliert. Ein hochwertiger süßer Wermut wie Carpano Antica Formula oder Cocchi Storico Vermouth di Torino hebt den Drink erheblich. Der Gin sollte nicht zu juniperlastig sein; ein London-Dry-Stil mit ausgewogener Botanik funktioniert am besten. Zu kurzes Rühren führt zu einer unausgewogenen, noch zu alkoholischen Mischung; zu langes Rühren verwässert den Drink. Ideal sind ca. 30–40 Umrundungen im Rührglas.
Negroni (gleiche Teile Campari, Wermut, Gin), Boulevardier (Bourbon statt Gin), Old Pal (Rye und Dry Wermut), Sbagliato (Prosecco statt Gin).
Campari → Aperol (milder, süßer) oder Contratto Bitter (komplexer); Süßer Wermut → Punt e Mes (bitterer) oder Dolin Rouge (leichter); Gin → Plymouth Gin oder ein milder London Dry.
Eine alkoholfreie Version kann mit Lyre's Amaretti (als Campari-Ersatz), Oddbird Blanc (als Wermut-Ersatz) und einem alkoholfreien Gin wie Seedlip Spice 94 hergestellt werden. Das Ergebnis ist weniger komplex, trifft aber den bitteren Aperitif-Charakter überraschend gut.