
Der Wild Berry Spritz ist keine klassische Barkreation mit dokumentierter Herkunft, sondern ein modernes Gastronomiekonzept, das auf der wachsenden Spritz-Kultur der 2010er Jahre basiert. Inspiriert vom Aperol Spritz und ähnlichen Weinschorlen, etablierte sich das Prinzip Prosecco plus Likör plus Spritzwasser in zahlreichen europäischen Bars und Restaurants als leichter Aperitif. Der Einsatz von Beerliqueur wie Chambord – einem schwarzen Himbeerliqueur aus Frankreich, der seit den 1980er Jahren bekannt ist – verleiht dem Spritz seinen charakteristischen Wildbeerton.
Die Qualität des Proseccos ist entscheidend: Ein DOC oder DOCG Prosecco mit lebendiger Säure trägt deutlich mehr zum Gesamtbild bei als ein günstiger Schaumwein. Chambord ist die bekannteste Wahl für den Beerenliqueur, aber ein Briottet Framboise oder Giffard Cassis können interessante Variationen liefern. Den Zitronensaft frisch pressen – Flaschensaft bringt eine metallische Schärfe, die den Drink empfindlich stört. Beim Einschenken des Proseccos immer am Glasrand entlangführen, um Kohlensäureverlust zu minimieren. Zu intensives Rühren zerstört die Perlage und nimmt dem Drink seinen Charakter.
Aperol Spritz (Aperol statt Beerliqueur), Hugo (Holunderblütensirup und Minze), Kir Royale (Champagner mit Cassislikeur ohne Eis), Lillet Berry (Lillet Rosé mit Beeren und Tonic).
Chambord → Briottet Framboise (intensiver, etwas weniger süß) oder Giffard Crème de Cassis (schwarze Johannisbeere statt Himbeere, tieferes Aroma). Prosecco → Cava oder Crémant d'Alsace (ähnliche Frische und Perlage, leicht andere Fruchtcharakteristik). Frischer Zitronensaft → Limettensaft (etwas tropischer, gut kombinierbar mit Himbeeraromen).
Alkoholfreie Version: 4 cl alkoholfreier Himbeer- oder Granatapfelsirup (z.B. Monin Framboise) mit 2 cl frischem Zitronensaft und 12 cl gut gekühltem Schaumwasser oder alkoholfreiem Sekt kombinieren. Das Verhältnis großzügig mit Eis servieren, mit frischen Beeren und Minze garnieren. Der Charakter bleibt fruchtig und prickelnd, die Komplexität des Likörs fehlt jedoch.