
Martini Bianco ist ein weißer Süßvermouth der Marke Martini & Rossi, erstmals 1910 eingeführt. Er basiert auf weißem Wein aus dem Piemont, aromatisiert mit Vanille, Wermut und einer Reihe von Kräutern und Gewürzen. Der Trend, Vermouth mit Tonic Water zu einem Spritz zu verlängern, entwickelte sich in den 2000er und 2010er Jahren im Zuge der Aperitif-Renaissance in Europa, inspiriert durch die spanische Vermouth-Kultur (Vermut con soda) sowie den Boom von Premium-Tonic-Marken. Der Martini Bianco Spritz ist eine Gastronomieklassikation, die von der Marke Martini & Rossi aktiv beworben wird und kein historisch dokumentierter Cocktailklassiker ist.
Die Wahl des Tonic Waters ist entscheidend: Ein aromatisches Tonic mit Zitrusanteilen (z.B. Fever-Tree Mediterranean Tonic) ergänzt die blumigen Noten des Bianco ideal, während ein klassisch-bitteres Indian Tonic (z.B. Schweppes) mehr Kontrast schafft. Das Glas sollte großzügig mit Eiswürfeln gefüllt sein – viel Eis kühlt schneller und schmilzt langsamer, was Verwässerung minimiert. Das Tonic immer zuletzt und möglichst über den Barlöffelrücken eingießen, um die Kohlensäure zu schonen. Der Martini Bianco sollte gut gekühlt sein; warm eingeschütteter Vermouth verwässert den Drink unnötig.
Martini Rosso Spritz (mit rotem Vermouth, voller und kräuterwürziger), Martini Fiero & Tonic (bitterorangiger Charakter), Aperol Spritz (mit Prosecco statt Tonic), Lillet Blanc Tonic (eleganter und weniger süß).
Martini Bianco kann durch andere weiße Süßvermouths ersetzt werden, z.B. Cinzano Bianco (ähnliches Profil, etwas süßer) oder Noilly Prat Ambre (würziger, weniger süß). Tonic Water kann durch Ginger Ale ersetzt werden, was dem Drink eine wärmere, ingwerige Note verleiht.
Eine alkoholfreie Version gelingt mit einem alkoholfreien Vermouth-Ersatz wie Lyre's Aperitif Rosso (weißes Äquivalent) oder einem aromatisierten Traubensaft mit Kräuterinfusion, aufgefüllt mit aromatisiertem Tonic Water und einem Spritzer Zitronensaft. Die charakteristische Kräuter-Vanille-Note lässt sich annähernd nachbilden, ist aber ohne echten Vermouth schwer originalgetreu umzusetzen.