
Ca. 1915, Ngiam Tong Boon, Long Bar, Raffles Hotel, Singapur. Er wollte einen Drink kreieren, den Damen in der puritanischen kolonialen Gesellschaft öffentlich trinken konnten – der pinkfarbene Drink sah harmlos aus wie Fruchtsaft.
Das originale Raffles-Rezept wurde jahrzehntelang nicht schriftlich dokumentiert und war zwischenzeitlich verloren – das heutige Rezept ist eine Rekonstruktion aus den 1970ern auf Basis von Personal-Erinnerungen. Das Raffles Hotel (1887 gegründet) ist eines der ikonischsten Luxushotels der Welt; Hemingway, Rudyard Kipling, Somerset Maugham logierten dort.
Zitrone: frisch; Limette macht kantiger und grüner. Soda/Seltzer: stark gekühlt, viel Kohlensäure; Mineralwasser nur wenn kräftig sprudelig. Gin: London Dry für Kante, Plymouth für weich, Old Tom für Süße.
Annäherung: alkoholfreier Gin-Style oder Wacholder-/Koriander-Tee; Bitterkeit über alkoholfreien Bitter-Aperitif, Grapefruit, Tee oder kleine Menge Bitter-Alternative; Topper eiskalt, erst im Glas auffüllen. Hinweis: echte 0,0-Version nur mit alkoholfreien Bitters/Aperitifs.
Flach/warm: kräftiger mit hartem Eis schütteln und sofort abseihen. Zu sauer: Sirup in 1-Barspoon-Schritten erhöhen; zu süß: frischen Zitrus nachziehen. Schlaffe Kohlensäure: Topper eiskalt, zuletzt, nur kurz anheben statt rühren wie Beton.