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Spritz Cocktail – Cocktail Compass

Spritz / Highball / Sparkling

Spritz

AperolWeinglas (groß)Bauen (Build)Einfach

Zutaten

Garnitur: Orangenscheibe, optional Olive

Zubereitung

1. Ein großes Weinglas mit reichlich Eiswürfeln füllen. 2. 9 cl Prosecco direkt ins Glas gießen. 3. 6 cl Aperol hinzufügen. 4. 3 cl Sodawasser (oder Mineralwasser mit Kohlensäure) auffüllen. 5. Einmal kurz und sanft umrühren, um die Zutaten zu verbinden – nicht zu stark, damit die Kohlensäure erhalten bleibt. 6. Mit einer Orangenscheibe garnieren, auf Wunsch eine grüne Olive an einem Zahnstocher dazulegen.

Geschmacksprofil

bittersüß, spritzig, fruchtig, leicht, erfrischend

Balance

Balance-Achsen: Bitterkeit / Süße. Ziel: ein ausgewogenes Verhältnis, bei dem die Bitterkeit des Aperols durch die Restsüße des Proseccos gemildert wird. Bei zu bitter: Prosecco-Anteil leicht erhöhen oder einen halbtrockenen Prosecco wählen. Bei zu süß: Sodawasser-Anteil erhöhen oder einen brut Prosecco verwenden.

Geschichte & Herkunft

Der Spritz hat seine Wurzeln in der venezianischen Weinkultur des 19. Jahrhunderts, als österreichische Soldaten und Kaufleute in Venetien den lokalen Wein mit Wasser oder Sodawasser streckten – das Verb 'spritzen' ist deutschen Ursprungs. Aperol wurde 1919 von den Gebrüdern Barbieri in Padua vorgestellt. Die klassische Kombination Aperol-Prosecco-Soda etablierte sich im Veneto als regionale Trinkkultur, bevor sie durch eine groß angelegte Marketingkampagne von Campari ab den 2000er Jahren international bekannt wurde. Die IBA listet den Aperol Spritz seit 2011 als offiziellen Cocktail in der Kategorie 'New Era Drinks'.

Finessen & Tiefenwissen

Die Reihenfolge Prosecco vor Aperol ist wichtig: So vermischt sich der schwerere Likör durch das Eingießen gleichmäßig, ohne zu sinken. Wer einen weniger süßen Spritz bevorzugt, greift zu Campari (intensiver, bitterer) oder Select (traditioneller, venezianischer). Der Prosecco sollte DOC-Qualität haben und gut gekühlt sein – warmer Schaumwein zerfällt sofort. Das Sodawasser wird zuletzt zugegeben und dient auch dazu, den Alkoholgehalt zu senken und das Volumen zu strecken. Weniger ist mehr beim Rühren: einmal kurz bewegen genügt.

Varianten

Campari Spritz (Campari statt Aperol, deutlich bitterer), Select Spritz (mit Venetian Select Aperitivo, gilt als das venezianische Original), Cynar Spritz (mit Artischocken-Bitter, erdiger und trockener), Hugo (mit Holunderblütensirup und Minze statt Aperol), Lillet Spritz (mit Lillet Blanc und Grapefruitsaft).

Ersatz-Zutaten

Aperol: Campari (bitterer, tiefrotes Ergebnis), Italicus (blumig-zitrusartig), Select Aperitivo (traditioneller). Prosecco: jeder frische Crémant oder Cava; bei Alkoholfrei alkoholfreier Schaumwein. Sodawasser: stilles Mineralwasser mit hohem CO2-Gehalt funktioniert ebenfalls.

Alkoholfreie Annäherung

Alkoholfreie Version: 9 cl alkoholfreier Schaumwein (z.B. Leitz Eins Zwei Zero Sekt), 6 cl alkoholfreier Aperitif (z.B. Lyre's Aperitif Rosso oder Botivo), 3 cl Sodawasser. Mit Orangenscheibe garnieren. Das Ergebnis ist leichter und weniger komplex, trifft aber den Charakter des Originals gut.

Fehlerdiagnose

  1. Zu wenig Eis: Der Spritz wärmt schnell auf und verliert Kohlensäure – großzügig Eis verwenden, idealerweise das Glas vorher kühlen. 2. Falsches Verhältnis: Zu viel Aperol (mehr als ein Drittel) macht den Drink sirupartig-süß und schwer; das klassische Verhältnis 3-2-1 (Prosecco, Aperol, Soda) beibehalten. 3. Zu kräftiges Rühren: Übermäßiges Rühren treibt die gesamte Kohlensäure aus – nur einmal sanft mit dem Barlöffel bewegen.

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