
Fizz / Collins / Highball
Highball
Zutaten
- Japanischer Whisky (z. B. Suntory Toki)4.5 cl Liste
- Sodawasser (gut gekühlt, hochkohlensäurehaltig)13.5 cl Liste
Garnitur: Keile keine (klassisch garniturenlos) oder dünne Zitronenzeste
Zubereitung
1. Ein Highball-Glas mit möglichst vielen Eiswürfeln füllen – idealerweise große, klare Würfel, damit sie langsam schmelzen. 2. Das Glas 10–20 Sekunden lang mit einem langen Barlöffel rühren, um es vollständig vorzukühlen, dann das Schmelzwasser abgießen. 3. 4,5 cl japanischen Whisky (z. B. Suntory Toki oder Nikka Days) über das Eis geben. 4. Mit 12–15 cl gut gekühltem, hochkohlensäurehaltigem Sodawasser auffüllen. 5. Einmal kurz und sanft mit dem Barlöffel von unten nach oben rühren – nur eine einzige, langsame Bewegung, um Whisky und Soda zu verbinden ohne Kohlensäure zu zerstören. 6. Optional: Eine dünne Zitronenzeste über das Glas ausdrücken und am Glasrand entlangführen, dann entweder einlegen oder weglassen.
Geschmacksprofil
spritzig, leicht, getreidig, frisch, ausgewogen
Balance
Balance-Achsen: Spirituose / Kohlensäure. Ziel: Der Whisky soll aromatisch präsent bleiben, ohne das Soda zu dominieren. Bei zu viel Spirituose: Sodaanteil erhöhen oder Eis nachfüllen. Bei zu viel Soda: Whisky-Anteil leicht anheben oder ein aromatischeres Whisky-Profil wählen.
Geschichte & Herkunft
Der Begriff 'Highball' bezeichnet sowohl ein Glas als auch eine Getränkekategorie und ist seit den 1890er-Jahren in amerikanischen Quellen nachweisbar. Die gängigste Erklärung für den Namen ist ein Eisenbahn-Signal: Ein hochgezogener Ball am Signalmast zeigte freie Fahrt an, und Reisende bestellten am Bahnhof schnell ein einfaches Getränk – Spirituose und Soda. In Japan wurde der Haibōru ab den 1950er-Jahren von Suntory aktiv verbreitet, erlebte aber ab den 2000er-Jahren eine massive Wiedergeburt durch Suntorys 'Toki Highball'-Kampagne. Heute gilt der japanische Highball als eigenständige Trinktradition mit genauen Zubereitungsregeln.
Finessen & Tiefenwissen
Die Temperatur ist alles: Glas, Eis und Soda müssen so kalt wie möglich sein. Japanische Bars kühlen ihre Gläser im Gefrierschrank. Nur ein einziger sanfter Rührstoß nach dem Auffüllen – mehr zerstört die Kohlensäure. Hochwertiges, kohlensäurereiches Soda (z. B. Wilkinson oder Fever-Tree) ist entscheidend; stilles oder schwach kohlensäurehaltiges Wasser macht den Drink flach. Große, klare Eiswürfel schmelzen langsamer und verwässern weniger. Beim Whisky eignet sich ein leichtes, florales Profil besser als ein stark getorftes oder sherry-lastiges – Rauch und Soda harmonieren oft weniger.
Varianten
Scotch Highball (mit Blended Scotch, z. B. Famous Grouse), Bourbon Highball (mit Bourbon und Ginger Ale statt Soda – technisch ein 'Bourbon & Ginger'), Rum Highball, Gin & Tonic (strukturverwandt), Seven & Seven (Seagram's 7 mit 7UP).
Ersatz-Zutaten
Japanischer Whisky: Irischer Whiskey (z. B. Teeling Small Batch) als leichte, floral-fruchtige Alternative; kanadischer Whisky (z. B. Crown Royal) funktioniert ebenfalls gut. Sodawasser: Stilles Mineralwasser ist keine Option – lieber Tonic Water akzeptieren, was den Charakter aber grundlegend verändert.
Alkoholfreie Annäherung
Alkoholfreie Version: 4,5 cl alkoholfreier Whisky-Ersatz (z. B. Lyre's American Malt) mit 12–15 cl Sodawasser auf Eis – das Grundprinzip bleibt identisch. Alternativ: Kaltgebrühter Rooibos-Tee (leicht gesüßt) mit Soda ergibt einen eigenständigen, aromatisch ähnlichen Drink ohne Bezug auf Whisky-Ersatzprodukte.
Fehlerdiagnose
- Flacher Drink: Zu warmes Soda, zu viel Rühren nach dem Auffüllen oder Soda mit zu geringer Kohlensäure – immer gut gekühltes, hochperliges Soda verwenden und nur einmal sanft rühren. 2. Zu wässriger Geschmack: Eis hat vor dem Einschenken zu stark geschmolzen, weil das Glas nicht vorgekühlt war – Glas und Zutaten immer kalt halten. 3. Whisky schmeckt nicht heraus: Verhältnis zu Gunsten des Sodas verschoben oder ein zu neutraler Whisky gewählt – Anteil erhöhen oder aromatischeres Profil wählen.




